372 Zt. Augustinus Bekenntnisse.
fangene, und noch unausgcbildete, geistige oder kör-perliche Schöpfung verstanden wissen wollen. Und ichsehe allerdings, daß jede dieser Behauptungen wahrgenannt werden kann; welche von diesen er aber beijenen Worten gedacht, sehe ich nicht so; obgleich ichnicht zweifle, daß der so große Mann, möge er einsvon diesen, oder etwas anders, von mir nicht erwähntes,im Geiste gesehen haben, als er in diese Worte aus-brach, Wahres gesehen, und es auf eine passendeWeise ausgesprochen habe.
Keiner sei daher mir überlastig, und spreche zumir: Nicht das hat Mopses gemeint, was du sagst,sondern er hat das gemeint, was ich sage. Denn,wenn er zu mir spräche- Woher weißt du, daß Mopsesdas gemeint habe, was du über seine Worte redest,?so müßte ich es mit Gleichmut!) ertragen, und würdeihm vielleicht das antworten, was ich oben angeführthabe, oder vielleicht auch etwas ausführlicher, wenn erhartnäckiger wäre. Wenn er aber sagt: Nicht das,was du sagst, hat er gemeint, sondern das, was ichsage, und doch nicht läugnet, daß beides wahr sei, wasjeder von uns beiden sagt; — o, mein Gott, du Lebender Armen, in dessen Innern kein Widerspruch ist!träufle dann Sanftmut!) in mein Herz, daß ich solchegeduldig ertrage, welche dieses zu mir sagen, nichtweil sie es aus göttlicher Eingebung haben, und das,was sie sagen, im Herzen deines Dieners gesehen haben,sondern weil sie stolz sind und die Meinung des Mopsesnicht erkannt haben, sondern die ihrige lieben, und zwarnicht, weil sie wahr, sondern weil sie die ihrige ist.