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Bekenntnisse
Entstehung
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357
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Zwölftes Buch. 357

schreiben ließ, unter diesen Worten verstanden wissen.Nicht das, was du sagst, sondern etwas Anders, daswir sagen. Diesen antworte ich vor dir, o Gott, alsI dem Schiedsrichter unter uns Allen folgendes:

Werdet ihr sagen, das sei falsch, was die Wahr-heit mit starker Stimme in mein inneres Ohr spricht,über die wahre Ewigkeit des Schöpfers; daß seinWesen durch Zeiten nicht verändert werde, und seinWille nicht außer seinem Wesen sei; daß er daher nichtdann dieses, dann jenes, sondern einmal, zugleich, undauf immer Alles wolle, was er will, nicht abermals,und abermals, nicht dann dieses, dann jenes, und erhernach das wolle, was er früher nicht wollte, odernicht wolle, was er früher gewollt? Denn ein solcherWille ist wandelbar, und alles Wandelbare nicht ewlg,unser Gott aber ist ewig. Ferner, was mir ins in-nere Ohr gesprochen wird: Die Erwartung künftigerDinge wird Anschauung, wenn sie kommen, eben dieseAnschauung wird Andenken, wenn sie vorübergegangen.Jede Richtung der Seele, die so wechselt, ist aber wan-delbar, und alles Wandelbare nicht ewig. UnserGott aber ist ewig. Dieses fasse ich zusammen,und verbinde es, und so finde ich, mein Gott, derewige Gott habe das Geschaffene nicht durch einenneuen Willen gemacht, und sein Wissen dulde nichtsVorübergehendes. Was werdet ihr antworten, ihrWidersprechen! Ist dieses alles falsch? Nein, sagen sie.Was aber nun? Ist es falsch, daß alle gebildetenWesen, oder der gestaltungsfähige Stoff nur von demsei, welcher der Höchstgütige, weil er der Höchste ist?