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Bekenntnisse
Entstehung
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356
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356 A. Augustinus Bekenntnisse.

bar von Angesicht zu Angesicht, nicht dann dieses, dannjenes, sondern, wie gesagt, ein vollständiges Kennen,ohne irgend einen Zeitwechsel; und unter der unsicht-baren und ungeordneten Erde jene Erde ohne Zeitwech-sel, in welcher bald dieses, bald jenes stattfindet, weil,wo keine Gestalt ist, dort auch nie dieses oder jenesist. Unter diesem Zweifachen also, dem gleich anfangsGestalteten und dem gänzlich Ungestalteten versteh'ich, unter jenem den Himmel, jedoch den Himmeldes Himmels, unter diesem aber die Erde, indcßdie unsichtbare und ungeordnete. Von diesen bei-den halt ich, daß deine Schrift ohne Angabe derTage spreche: »Im Anfange schuf Gott Himmel undErde,» indem sie gleich hinzusetzt, welche Erde siemeine; und weil erwähnt wird, daß am zweiten Tagedie Himmelsveste gemacht, und Himmel genannt sei,so wird dadurch angedeutet, von welchem Himmel frü-her ohn' Erwähnung von Tagen die Rede gewesen.

Wunderbar ist die Tiefe deiner Worte, derenOberfläche uns Kleinen anlächelt; aber ihre Tiefe,mein Gott, ist wunderbar wunderbar ihre Tiefe!Heftig hafs' ich ihre Feinde. Schauerlich ist es, in sieeinzudringen, Schauer der Ehrfurcht und Furcht derLiebe befällt uns. Möchtest du sie doch mit zweifachgeschärftem Schwerte tödten, daß sie nicht ferner ihreFeinde sind. Denn so wünsch' ich, sie möchten sichselbst sterben, damit sie dir lebten. Sieh' indcß, an-dere, keine Tadler, sondern Lobredner des Buchs derSchöpfung sprechen: Nicht dieses will der Geist Got-tes, der durch seinen Diener Wöpses das Alles auf-