352 A. Augustinus Bekenntnisse.
hinabgesunken, und umnebelt, aber auch von dort, vondort aus gewann ich dich lieb Ich irrt', aber ichgedachte deiner. Ich hörte deine Stimme hinter mir,daß ich zurückkehrte, und kaum hört' ich sie vor demLärme der Sünden. Und sieh, jetzt kehr' ich erhitztund keuchend zu deinem Quell zurück. Keiner wehremir! Ihn will ich trinken, und davon leben. Dennnicht bin ich mein Leben; habe ich übel gelebt, so binich aus mir selbst mein Tod gewesen, in dir aber lebeich wieder auf. Rede du mich an, sprich du zu mir.Deinen Büchern habe ich geglaubt, und ihre Wortesind sehr geheimnißvoll.
Schon hast du, o Gott, mit starker Stimme mirins innere Ohr gerufen, daß du der Ewige bist, dnder einzige Besitzer der Unsterblichkeit; denn du wan-delst dich nicht durch Gestalt oder Bewegung, auchändert dein Wille sich nicht durch Zeiten, weil derWille, der dann so, dann anders ist, nicht unsterblichist. Bor deinem Angesichte leuchtet mir dieses ein,und möge es, ich bitte dich, mir immer mehr einleuch-ten, und ich bei dieser Offenbarung vernünftig unterdeinen Flügeln verharren. So auch riefst du, o Herr,mit starker Stimme mir ins innere Ohr, daß du alleGeschöpfe und Wesen, welche das nicht sind, was dubist und doch sind, gemacht hast, und nur das nichtvon dir ist, was nicht ist; auch die Bewegung desWillens, der von dir ist, der da ist, zu dem was ge-ringer ist, ablenkt. Nimmer aber schadet eine solcheAblenkung des Willens, die Verbrechen oder Sündeist, dir, noch schadet sie der Ordnung deines Reiches