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Bekenntnisse
Entstehung
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351
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Zwölftes Buch. 351

Himmel und Erde gemacht. Die Erde selbst aber, diedu gemacht hattest, war ein ungestalteter Stoff, weilsie unsichtbar und ungeordnet, und Finstcrniß überdem Abgrund war, um aus dieser unsichtbaren, undungeordneten Erde, aus dieser Ungestalt, aus diesemWeinahenichts, dieses Alles zu machen, woraus dieseveränderliche Welt besteht und nicht besteht; bei welcherdie Veränderlichkeit selbst sich zeigt, und an welcherman Zeiten fühlen und abzahlen kann, weil durch Ver-änderungen der Dinge Zeiten entstehen, indem Gestal-ten, deren Stoff jene vorgenannte unsichtbare Erde ist,verändert und verwandelt werden.

Der Geist, der Lehrer deines Dieners, schweigtdaher von Zeiten, redet nicht von Tagen, wenn er er-zählt, im Anfange habest du Himmel und Erde ge-macht. Denn wahrlich ist der Himmel des Himmels,welchen du im Anfange schufest, irgend ein verständi-ges Geschöpf, und obgleich dir, o Dreieinigkeit, nichtgleichewig, beschränkt es doch, theilhaft deiner Ewigkeit,sehr seine Wandelbarkeit wegen der Süße deiner sobeglückenden Anschauung; und von seiner Schöpfungan dir ohn' irgend einen Fehl anklebend, übersteigt esjeden wandelbaren Zeitwcchsel. Aber auch jene Unge-stalt, die unsichtbare und ungeordnete Erde, wird nichtnach Tagen gezählt. Denn wo keine Gestalt, da istkeine Ordnung; nichts kommt, und nichts geht vorüber,und wo dieses nicht geschieht, gibt es weder Tage,noch Wechsel von Zeiträumen.

O Wahrheit, meines Herzens Licht! mögen meineFinsternisse nicht reden zu mir. Zu jenem bin ich