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Bekenntnisse
Entstehung
Seite
348
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343 A. Augustinus Bekenntnisse.

aber doch Gestalten, und ungestaltet nannt' ich ihn,nicht weil ihm die Gestalt mangelte, sondern weil ereine solche hatte, daß, wenn das Ungewöhnliche oderUnpassende sich zeigte, mein Gefühl sich davon abkehrteund die menschliche Schwache sich verwirrte. Indessenwar das, was ich dachte, nicht durch Beraubung vonaller Gestalt, sondern durch Vergleichung mit Wohlge-staltetem umgestaltet, und die gesunde Vernunft rieth,es ganzlich von allen Überbleibseln von irgend einerGestalt zu entkleiden, wenn ich etwas ganz Ge-staltloses denken wollte, und ich konnte es nicht. Ehermeinte ich, es sei nichts vorhanden, was aller Gestaltmangele, als daß ich dachte, es gebe etwas zwischender Gestalt und dem Nichts, das weder gestaltet, nochNichts, ein gestaltloses Beinahcnichts, wäre.

Mein Verstand hörte daher auch auf, meinen mitWildern gestalteter Körper angefüllten, und sie nachseiner Willkühr ändernden, und wandelnden Geist zubefragen. Und ich merkte auf die Körper selbst, undsah tiefer ein ihre Veränderlichkeit, wodurch sie aufhö-ren zu sein, was sie waren, und anfangen zu sein, wassie nicht waren. Und ich vermuthete, dieser Über-gang von Gestalt zu Gestalt geschehe durch ein Ge-wisses ungestaltetes, nicht aber durch ein baares Nichts;ich wünschte indeß zu wissen, nicht zu vermuthcn.Und würde meine Stimme und Schrift das insgcsammtbekennen, was du über jene Frage mir entwickelt hast,welcher Leser würde Ausdauer besitzen, es zu fassen.Doch deswegen wird mein Herz nicht aufhören, dirEhre zu erzeigen und zu lobsingen, über dasjenige, was