Eilftes Buch.
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Vergangenheit, die gegenwärtige Anschauung der Ge-genwart, die gegenwärtige Erwartung der Zukunft. Istes erlaubt, dieses zu sagen, so sehe ich drei Zeiten, undbekenne, daß es drei gebe. Dann mag man auch sa-gen: es gebe drei Zeiten, die vergangene, gegenwar-tige und künftige; man sage es so mißbrauchsweiseaus Gewohnheit: Sieh' ich kümmere mich nicht darum,ich straube mich nicht dagegen, ich tadle es nicht, wennman nur versteht, was man sagt, und nicht, daß das,was künstig ist und das, was vergangen ist, jetzt sei.Denn es gibt nur weniges, was wir im eigentlichenSinne sagen, vieles, was wir im uneigentlichen Sinnesagen; aber man sieht doch ein, was wir wollen.
Ich habe kurz vorher gesagt, daß wir die vor-übergehenden Zeiten messen, so daß wir sagen können,dieses sei im Vergleiche zu jener einfachen eine zwei-fache Zeit, oder diese Zeit sei jener gleich, oder wasman sonst noch von Zeittheilen durch Messung aus-drücken kann; und deswegen messen wir die vorüber-gehenden Zeiten. Und wenn mich jemand fragt, wo-her weißt du dieses, werde ich antworten: Ich weißes, weil wir messen, und wir nichts, was nicht ist,messen können, Künftiges und Vergangenes aber nichtist. Wie aber messen wir die gegenwartige Zeit, wennsie keinen Raum hat? Wir messen sie also, wahrendsie vorübergeht; wenn sie aber vergangen ist, messenwir sie nicht: denn was gemessen werden soll, wirdnicht mehr sein. Von woher aber, wodurch und wo-hin geht sie vorüber, wenn sie gemessen wird? Wonwoher anders, als aus der Zukunft? wodurch anders,