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Bekenntnisse
Entstehung
Seite
327
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Eilftes Buch.

von Dingen, die noch nicht sind, sich uns durstellen;dieses, ich bekenn' es dir, mein Gott! weiß ich nicht.So viel weiß ich aber, daß wir meistens unsere künf-tigen Handlungen zum Voraus überdenken, und diesesVorausbedenken gegenwartig, die Handlung aber, welchewir zum Voraus bedenken, noch nicht sei, weil siekünftig ist. Wenn wir aber zur selben geschritten sindund angefangen baben, das zu thun, was wir imVoraus überdacht, dann wird jene Handlung sein, weilsie dann nicht mehr künftig, sondern gegenwartig ist.Wie also sich es auch immer mit dem geheimen Vor-gefühl des Künftigen verhalten möge, so kann nur dasgesehen werden, was ist; was aber bereits ist, ist nichtkünftig, sondern gegenwartig. Wenn es daher heißt,daß man Künftiges sehe, so sieht man nicht dasjenige,was noch nicht ist, d. i. was künftig ist, sondern viel-leicht sieht man dessen Ursachen oder Zeichen, die be-reits sind. Diese sind aber für die Sehenden nichtmehr künftig, sondern gegenwartig; und aus ihnenwird das im Geiße schon aufgefaßte Künftige vorher-gcsagt. Diese Auffassungen selbst aber sind bereits,und welche sie vorhersagen, schauen sie bei sich bereitsals gegenwartig. Unter einer so großen Anzahl vonSachen möge hier ein Beispiel sprechen. Ich sehe dieMorgenröthe, und sage den Aufgang der Sonne vor-her. Was ich seh', ist gegenwartig, was ich vorher-sage, künftig. N> u ist die Sonne, die bereits ist,künftig, wohl aber ihr Aufgang, der noch nicht ist.Aber auch, wenn ich mir den Aufgang selbst im Geistenicht abbildete, wie ich thue, wenn ich davon rede,