Eilst es Buch.
321
er dem gestrigen. Dein heutiger Tag ist Ewigkeit,deswegen hast du auch den gleichewigcn gezeugt, zudem du sprachst: Heute Hab' ich dich gezeugt. AlleZeiten hast du gemacht, und du bist vor allen Zeiten,und zu keiner Zeit gab es keine Zeit.
Es gab also keine Zeit, als du noch nichts ge-macht hattest, denn selbst die Zeit hattest du gemacht,und keine Zeiten sind dir gleichewig, denn du bleibst.Blieben aber jene, so waren sie keine Zeiten. Dennwas ist die Zeit? Wer vermag sie leicht und kurz zuerklären? wer kann dieses beim Aussprechen des Wortsauch nur im Gedanken umfassen? Wessen aber alseines gewöhnlichen und bekannten erwähnen wir imGespräche öfterer als die Zeit? Ja, wir erkennen sie,wenn wir davon sprechen, und wir erkennen sie, auchwenn wir einen andern von ihr sprechen hören.Was ist also die Zeit? Fragt mich niemand, so weißich es; will ich es dem Fragenden erklären, so weiß iches nicht. Zuversichtlich sag' ich indeß, ich wisse, daßwenn Nichts vergeh', es keine vergangene Zeit, undwenn Nichts ankomm', es keine künstige Zeit, undwenn Nichts sei, es keine gegenwärtige Zeit gebe^Jene beiden Zeiten also, die vergangene und künftige,wie sind sie, da die vergangene nicht mehr ist, unddie künftige noch nicht ist, die gegenwärtige aber, wäresie immer gegenwärtig, und ginge nicht in die ver-gangene über, ja keine Zeit, sondern Ewigkeit wäre?Wenn also, weil es in das vergangene übergeht, dasgegenwärtige eine Zeit ist, wie können wir sagen, daßes diese sei, da die Ursache seines Seins die ist, daß
14 ^