310 A. Augustinus Bekenntnisse.
ist mir mehr als Überfluß an Wonne. Gib, was ichliebe: denn ich lieb'; und auch dies hast du gegeben.Verlasse nicht deine Gaben und verachte nicht dasdürstende Kraut. Bekennen will ich dir, was immer ichin deinen Büchern finde; hören des Lobes Stimme, dichtrinken, und betrachten die Wunder deines Gesetzes, vondem Anfang an, in welchem du Himmel und Erdemachtest, bis zu deinem mit dir immerwährenden Reichedeiner heiligen Stadt. Herr, erbarme dich meiner,und erhöre mein Verlangen! Denn ich mein' es strebenicht nach Irdischem, nicht nach Gold und Silber,oder nach Edelsteinen, oder Kleiderschmuck, nach Ehr'und Macht, oder nach Fleischeslüsten, nicht nach demNothwendigen für den Körper und für das Leben un-serer Wanderschaft; welches alles uns, die dein Reichund deine Gerechtigkeit suchen', zugegeben wird. Sich,Herr, mein Gott! woher mein Verlangen stamme.Ungerechte erzählen mir ihre Ergötzungen, — nichtaber wie dein Gesetz, o Herr! Sieh' also, wohermein Verlangen ist. Sieh, Vater! blick' her undbillig' es, und möz' es dem Auge deiner Barmher-zigkeit gefallen, daß ich Gnade vor dir finde, damitmir, dem Anklopfenden, das Innere deiner Wortegeöffnet werde! Inständigst fleh' ich durch unfern HerrnJesus Christus, deinen Sohn, den Mann deiner Rechten,den Mcnscbcnsohn, welchen du dir zu deinem undunserm Mittler gründetest, durch welchen du uns,die dich nicht Suchenden, suchtest. Du suchtest unsaber, damit wir dich suchten. Durch dein Wort, durchwelches du Alles, und unter diesem auch mich ge-