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Bekenntnisse
Entstehung
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293
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Zehntes Buch.

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auch den übrigen Sinnen, wie ihnen ähnlich, beigelegtwird, wann sie Erkenntniss' erwerben.

Daraus aber erhellt klar der Unterschied, ob etwasder Wollust oder der Neugier halben durch die Sinnebewirkt wirkt: daß die Wollust nach Schönem, Wohl-tönendem, Süßem, Schmackhaftem, Sanftem, dieNeugier aber auch dahin strebe, das Gegentheil zuversuchen, nicht um Bcschwerniß zu erdulden, sondernder Lust halben, zu erfahren und zu erkennen. Dennwelche Wollust ist bei dem schaudervollen Anblick eineszerfleischten Leichnams? Und dennoch, liegt irgendwoeiner, lauft Alles hinzu, um sich zu betauben, um zuerblassen. Sogar fürchtet man, derlei im Traume zusehn: und wachend sieht man es, gleichsam als zwangeman uns dazu, oder als lockte der Nuf des Schönenuns herbei! So auch von den übrigen Sinnen, wo-von einzeln zu reden, Überfluß ist. Durch diese Krank-heit der Begier gcschiehts, daß man die wunderbarstenSachen in den Schauspielen darstellt. Daher strebtman nach Erforschung der Geheimnisse der Natur, diesie vor uns verborgen hielt, obwohl deren Erkenntnißnichts frommt: nur wissen wollen die Menschen. Da-her auch, wenn man durch eben diese verkehrte Wiß-begier bei magischen Künsten Hülfe sucht. Daherauch, daß selbst in der Religion Gott versucht wird,indem Zeichen und Wunder gefordert werden, nichtzum Heile, sondern allein der Erfahrung willen.

In diesem unermeßlichen Walde voll der Fall-strick' und Gefahren, siehe, wie viel ich mir abschnitt,und hinwegtrieb von meinem Herzen, wie du es mir