286 A. Augustinus Bekenntnisse.
lernt' ich; Dank dir, ssreis dir, meinem Gotte, mei-nem Lehrer, dem Eröffner meiner Ohren, dem str-leuchter meines Herzens! Entreiße mich aller Ver-suchung! — Ich fürchte nicht die Unreinheit der Spei-sen, sondern die Unreinheit der Begierde. Ich weiß, !daß dem Noah aller Art Fleisch, was gegessen werdenkönnt', erlaubt war; daß Helias mit der Speise desFleisches erquickt ward; daß dem Johannes, einemManne wunderbarer Enthaltsamkeit, Thiere, Heu-schrecken nemlich, zur Speise dienten, und daß er nichtdavon verunreinigt ward. Und ich weiß, daß Estindurch die Begierde nach den Linsen hintergangen ward;daß'David wegen seines Verlangens nach Wassersichselbst strafte: und daß unser König nicht mit Fleisch,sondern mit Brot versucht ward. Deßhalb verdient'auch das Volk in der Wüste, gestraft zu werden, nichtweil es Fleisch verlangte, sondern weils im Verlangen !nach Speise murrte wider den Herrn.
Diesen Versuchungen also ausgesetzt, streit' ichtaglich gegen die Begierlichkeit zu essen und zu trin-ken. Denn es ist nicht etwas, was ich einmal hin-wegzuschaffen, und dann dessen nicht ferner zu geden-ken beschließen kann, wie beim Beischlafe. Drum istbei den Zügeln der Eßlust ein gemäßigtes Nachlassenund Anziehn zu beobachten. Und wer ist, Herr, de»sie nicht zuweilen ein Weniges hinausreißt über dasZiel des Nothwendigcn? Wer er auch sei, der ist ^groß, und er preise deinen Namen! Ich aber bin es inicht, denn ich bin ein sündigender Mensch. Aberauch Ich preise deinen Namen, und es bittet dich für