284 A. Augustinus Bekenntnisse.
ser Ungewißheit erfreut sich die unglückliche Seele,und sucht hier ihre Entschuldigung zu gründen, froh,daß es nicht klar sei, wie viel zur Erhaltung der Ge-sundheit nöthig ist, um durch diesen Borwand dasWerk der Wollust zu decken. Diesen Versuchungenstrebt' ich taglich zu widerstehen, und rufe deine Rechtezu meiner Hülfe, und zu dir wend' ich mich in mei-ner Angst, weil ich noch nicht sichern Rath weiß indieser Sache. Ich höre den Befehl meines Gottes:beschwert eure Herzen nicht mit Übermaß des Essensund Trinkens! — Die Trunkenheit ist fern von mir;erbarme dich, daß sie mir nicht nahe. Eßbegicr aberüberkommt zuweilen deinem Diener; erbarme dich,daß sie mir fern werde. Denn keiner kann enthalt-sam sein, wenn du es ihm nicht gibst. Vieles ver-leihest du auf unser Bitten; und was wir Gutes er-hielten, eh' wir baten, erhielten wir von dir; und daßwir dies hernach erkannten, erhielten wir auch vondir. Dem Trünke war ich nie ergeben: aber ich kenneTrunkenbolde, die Nüchterne wurden durch dich. DaßJen' es nicht sein, die es nie waren, geschah also durchdich, durch den es geschah, daß es Jene nicht immerwaren, die es waren, durch den es auch geschah, daßbeid' es wüßten, durch wen es geschah.
Auch eine andre Stimme hört' ich von dir: Dei-nen Begicrlichkciten gehe nicht nach, und von deinenLüsten wende dich hinweg! — Durch deine Gabehört' ich auch jene Stimm', und liebte sie sehr:Seis daß wir essen, und werden darum nicht mehr,scis daß wir nicht essen, und wir werden darum nicht