Zehntes Buch.
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indem du meine Bedürftigkeit verscheuchen wirst durchwunderbare Sättigung, und dies Vergängliche umge-ben mit ewiger Unvergänglichkeit. Nun aber ist mirsüß mein Bedürfnis;: und gegen diese Süßigkeit streit'ich, auf daß sie mich nicht umstricke, und tägli-chen Krieg führ' ich durch Fasten, oft zum Gehorchenmeinen Körper zwingend: und doch ist es Wollust,meine Schmerzen zu vertreiben. Denn Hunger undDurst sind Schmerzen, sie brennen, und gleich demFieber tödten sie, wo nicht der Nahrung Arznei zuHülfe kömmt, Da diese vorhanden ist in der Fülledeiner Gaben, wodurch Erd' und Wasser und Him-mel unsrer Schwachheit dienen; so nennen wir unsreBeschwernisse Vergnügen. So lehrtest du michs, aufdaß ich wie Arznei die Nahrung genießen möchte.Doch wann ich aus belästigender Bedürfniß zur Be-haglichkeit der Sättigung übergehe; so lauert auf micheben in diesem Übergange die Schlinge der Begier-lichkeit. Denn der Übergang selbst ist Wollust, undeinen andern Übergang gibt es nicht, als diesen, wozuuns die Roth zwingt. Und da die Gesundheit derZweck des Essens und Trinkens ist, so findet sich, wieeine gefährliche Fußfolgerin, Belustigung ein, undstrebt sogar oft, voranzugehn, damit ihrethalben ge-schehe, was ich der Gesundheit halben zu thun be-schloß. Auch sind beide Zwecke nicht gleich geeignet:was der Gesundheit genügt, ist der Lust wenig. Undoft wirbs ungewiß, ob die nöthige Sorge für denKörper die Nothdurft sordre, oder ob nur der täu-schenden Lust der Begier gefrohnt sein will. Bei die-