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Bekenntnisse
Entstehung
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281
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Zehntes Buch.

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daß ich mich enthielte von ungeordnetem Beischlafe,und ermahntest zu etwas, das besser ist, als die Ehe,die du erlaubtest. Und weil du es gabst, geschah es,und noch eh' ich der Ausspender deiner Geheimnisseward. Aber noch leben in meinem Gedachtnisse, wor-über ich so vieles sprach, Bilder jener Dinge, die dortmeine Gewohnheit festigte; und sie erscheinen mir zwarim Wachen ohne Kraft, im Schlaf aber nicht nur biszur Belustigung, sondern sogar bis zur Einwilligungund höchstähnlichcr Handlung. Und so viel vermagdie Täuschung des Bildes in meiner Secl' und inmeinem Fleische, daß dem Schlafenden ein falschesGesicht zu dem verleitet, wozu den Wachenden einwahres nicht verleiten kann. Bin ich alsdann nichtmehr ich, Herr mein Gott? Und doch ist ein solcherUnterschied zwischen mir und mir seit dem Augen-blicke, wo ich einschlummre, und seit ich erwache! Woist dann die Vernunft, wodurch der wachende Geistjenen Versuchungen widersteht? Und versucht dieSache selbst, so bleibt er unerschüttert! Schließt siesich mit den Augen? Schlummert sie mit den Sin-nen des Körpers? Und wie widersteh» wir auch oftim Traum, und geben, eingedenk unsers Vorsatzes,und unerschütterlich in der Keuschheit, keinen Beifalljenen Reizungen? Und doch ist hier ein so großerUnterschied, daß wir, geschieht das Gegentheil, beimAufwachen zur Ruhe des Gewissens zurückkehren, unddaß es eben dieses Unterschiedes halben uns daucht,als hatten es nicht wir gcthan, so sehr es uns auchschmerzt, daß es, auf welche Art auch immer, in uns