Zehntes Buch.
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Nichtsdestoweniger, elend wie er ist, will er sich lieberam Wahren erfreuen als am Falschen. — Glückse-lig also wird der sein, der, ohne daß ihn einigerKummer stohre, sich an der einzigen Wahrheit selbsterfreut, durch die alles Wahre ist.
Siehe, wie vieles ich durchwandelt bin in mei-nem Gedachtnisse, dich suchend, Herr: und ich fanddich nicht außerhalb desselben; auch fand ich nichtsvon Dir, wessen ich mich nicht erinnere seit der Zeit,daß ich dich erkannte: denn seit ich dich erkannte, ver-gaß ich deiner nicht. Wo ich die Wahrheit fand, dafand ich meinen Gott, die Wahrheit selbst, deren ich,seit ich sie erkannte, nicht vergaß. Dcßhalb, seit ichdich erkannte, bleibst du in meinem Gedachtniß, unddort sind' ich dich, wann ich deiner gedenk', und micherfreu' an dir. Dies sind meine heiligen Freuden, diedu mir verliehst durch deine Barmherzigkeit, zurück-schauend auf meine Armuth!
Aber an welcher Stelle weilst du in meinem Ge-dächtnisse, Herr? Wo weilst du dort? 'welche Woh-nung bereitetest du dir darin? Welches Heiligthumerbautest du dir dort? Dessen, hast du mein Gedacht-niß gewürdigt, daß du darin weiltest: aber in welchemTheile, das möcht' ich wissen. Denn deiner geden-kend ging ich hinweg über jene Theile, die auch Thiershaben, weil ich dich dort nicht fand unter den Bil-dern körperlicher Dinge. Und ich kam zu jenen Thei-len, denen ich die Regungen meines Geistes anvertrauthatt'; und auch dort fand ich dich nicht. Und ichdrang hinein zum Sitze meines Geistes selbst, der dort