270 A. Augustinus Bekenntnisse. >
Vergessen geschieht, und wir suchen uns dessen wiederzu erinnern; wo suchen wir, als im Gedächtnisse selbst?Und wird das Unrechte dargeboten, so weisen wir eszurück, bis Jenes ausstößt, was wir suchen. Und stößtes auf, so sagen wir.- dies ist es! Wir sagten dasnicht, erkannten wirs nicht, und crkänntens nicht, er-innerten wir uns dessen nicht. Gewiß hatten wir esdoch vergessen. War es uns nicht ganz entfallen, undsuchten wir vermittelst des Thcils, der noch aufbehal-ten war, den andern, weil das Gcdachtniß fühlte, daßes das nicht mehr ganz faßte, was es vorher ganz zufassen pflegte, und, gleichsam durch der GewohnheitUnterbrechung schwankend gemacht, sich sehnte, wiederzu haben, was fehlte? so, wenn wir einen bekanntenMenschen entweder mit Augen sehn, oder ihn unsvorstellen, und seinen vergeßnen Namen aussuchen; sowird alles Nichthingehvrende, was sich etwa darbeut,nicht angeknüpft, weil wir es nicht mit Jenem in Ver-bindung zu denken gewohnt sind; zurück weisen wirs,bis jenes erscheint, womit sich die gewohnte Bekannt-schaft beruhigt. Und wo findet sichs, als im Gedächt-nisse selbst? Denn wenn wirs auch durch die Erin-nerung eines Andern wiedererkennen, so wars dochdort. Denn nicht als etwas uns Neues glauben wirs;sondern in unsrer Erinnerung erkennen wir, daß esdas sei, was man uns vorsagte. Wenn aber etwasganzlich aus dem Gedächtnisse gelöscht ist, so erinnernwir uns dessen auch nicht durch die Erinnerung einesAndprn. Denn nicht ganz vergaßen wir etwas, dessenvergessen zu haben wir uns erinnern. Jenes Verlorne