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Bekenntnisse
Entstehung
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267
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Zehntes Buch. 9g7

ich mich erinnere? oder sag' ich, deßbalb sei das Ver-gessen in meinem Gedächtnisse, damit ich nicht ver-gesse? Beides ist höchst ungereimt. Wo ist dasdritte? wie kann ich sagen, daß das Bild des Ver-gesscns in meinem Gedachtnisse vorhanden sei, nicktdas Vergessen selbst, wann ich mich dessen erinnere?Wie kann ich das sagen, da, wenn irgend eines Din-ges Bild dem Gedächtniss' eingedrückt wird, das Dingzuvor nothwcndig da sein muß, damit dessen Bildeingedrückt werden könne? So erinner' ich mich Kar-thagos, so aller Orte, wo ich war; so des Angesichtsder Menschen, die ich sah, und Alles dessen, was dieübrigen Sinne verkündeten; so meines Körpers Wohlsoder Wehes. Als diese Dinge da waren, fing dasGcdachtniß ihre Bilder auf, daß ich sie wie gegenwär-tig schauen könnt' und betrachten im Geiste, wann ichihrer, auch der Abwesenden, mich erinnerte. Wennalso im Bilde, nicht selbst, das Vergessen im Gedächt-nis ausbehalten wird; so war es sicher da, auf daßdessen Bild erfaßt werden konnte. Als es aber dawar, wie zeichnet' es sein Bild ins Getachtniß, wennauch das, was schon aufgezeichnet war, durch die Ge-genwart des Vergessens ausgelöscht, wird? und den-noch, seis auch unbegreiflich und unerklärbar, wie esgeschehe, bin ich auf alle Weise sicher, daß ich michdes Vergcssens erinnere, wodurch das, dessen ich micherinnere, verlöscht wird.

Groß ist die Kraft des Gedächtnisses! Ich weißnicht, welches Erstaunenswürdige, mein Gott; einetiefe und unendliche Vielfältigkeit! Und dies ist der

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