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Bekenntnisse
Entstehung
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266
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263 A. Augustinus Bekenntnisse.

dessen ich mich erinnere. Aber was ist Vergessen, alsMangel des Gedächtnisses? Wie also crinner' ich michdes gegenwärtigen Vergessens, da ich mich dann, wannes da ist, nicht erinnern kann? Wenn wir nun das,dessen wir uns erinnern, im Gedächtniß aufbewahren,wir mns aber des Vergessens erinnern, weil wir sonst,indem wir dessen Benennung hörten, keineswegs er-kännten, was durch diesen Laut bezeichnet würde, sofolgt, daß das Vergessen im Gedächtniß aufbewahrtwerde. Es ist da, damit wir nicht seiner vergessenmögen, indem wir, wenn es da ist, vergessen. Erhellthieraus, daß es nicht selbst im Gedächtniß ist, wannwir dessen gedenken, sondern nur durch sein Bild?Denn wenn das Vergessen selbst da wäre, so würd'es nicht bewirken, daß wir uns erinnerten, sonderndaß wir vergäßen.

Und wer vermag dies zu erforschen? Wer zubegreifen wie es sei? Sicher Ich, Herr, erliege hier,erlieg' unter mir selbst! Ich bin mir ein Land derBeschwerde geworden und gar vieles Schweißes. Jetztforschen wir nicht nach Himmelsgegenden, messen nichtaus der Gestirne Zwischenräum', und ergründen nichtder Erde Gleichgewicht: Ich bin es, der ich mich er-innere, Ich Geist. Kein Wunder, wenn mir das sofremd ist, was nicht Ich bin. Aber was ist mir na-her, als ich mir selbst? Und siehe! meines Gedächt-nisses Kraft begreif' ich nicht, da ich mich doch selbstohne dies nicht nännte. Was werd' ich sagen, wennicb sicher bin, daß ich des Vergcssens mich erinnere?Sag' ich, das sei nicht in meinem Gedächtnisse, dessen