Zehntes Buch.
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der Körper. Wenn ich mich des vorübergegangnenKörperschmerzcns mit Freuden erinnere, so ist das sokein Wunder. Hier aber, wenn der Geist das Ge-dachtniß selbst ist, (denn, wenn wir Jemanden austra-gen, etwas im Gedachtnisse zu behalten, sprechen wir:Du, behalte das im Geist! und versprechen wir etwas,so sprechen wir: Ich wüßt' es, aber es ist meinemGeist entfallen; und nennen so selbst das Gedachtnißden Geist). Wie geschieht es denn: daß erinner' ichmich vergangner Traurigkeit mit Freude, Freud' imGeist ist, und im Gedachtnisse Traurigkeit? und daßfreudig der Geist ist, weil Freud' in ihm ist, und dasGedachtniß, da doch Traurigkeit darin ist, nicht trau-rig ist? Gehört vielleicht das Gedachtniß nicht zumGeiste? Wer behauptete das? Ist also das Gedacht-niß etwa gleichsam des Geistes Magen, Freud' aberund Trauer wie süße Speis' und bittre? und werdenjene Dinge, wenn sie dem Gedachtniß übergeben wer-den, gleichsam in den Magen gesenkt, wo sie aufbe-wahrt, aber nicht geschmeckt werden können? Lacher-lich ist es, unter diesen Dingen eine Ähnlichkeit anzu-nehmen: aber durchaus unähnlich sind sie nicht.
Doch siehe! Wann ich sag', es gebe vier Re-gungen, die den Geist verwirren; so nehm' ich Begierund Freude, Furcht und Trauer aus dem Gedachtnissehervor; und was ich darüber reden möge, jene nachArt und Gattung eintheilend und ihre Natur bestim-mend, das find' ich dort, und nehm' es hervor: aberkeine ihrer Verwirrungen verwirrt mich, wenn ich ihrermich erinner' und gedenk', und eh' ich mich ihrer erin-