262 A. Augustinus Bekenntnisse.
Sinne: doch andre sinds, womit wir zahlen, und jenesind nicht die Bilder dieser, sondern bestehn für sich.Verlache mich der, der dies nicht erkennt, und ichtraur' über den Verlachenden.
Dies Alles enthalt mein Gedachtniß, auch wie iches kennen lernte, enthalt es. Auch viele ganz falscheEinwürfe dagegen Hab' ich gehört, und mein Gedacht-niß enthalt sie; und obwohl sie falsch sind: so ist esdoch nicht falsch, daß ich mich ihrer erinnere, und rich-tig unterschieden Hab' ich jenes Wahre von diesen fal-schen Einwürfen. Auch dessen erinner' ich mich, daßich ehedem, wann ich oft über derlei sann, oft andersunterschied, als ich jetzt unterscheide. So auch erinner'ich mich, daß ich Jenes schon öfter verstand; und wieichs jetzt unterscheid' und verstehe, bewahr' ichs aufim Gedachtniß, auf daß ich mich in Zukunft erinnere,wie ichs jetzt verstand. Also erinner' ich mich auchder Erinnerung, und in Zukunft werd' ichs mich erin-nern, daß ich mich jetzt wieder erinnern könnt', unddas Alles durch die Kraft des Gedächtnisses.
Auch die Regungen meines Geistes enthalt dasGedachtniß: nicht so, wie der Geist fühlt, sondern ganzanders, und der Kraft des Gedächtnisses gemäß. Dennauch freudelos erinner' ich mich der vergangnen Trau-rigkeit, und furchtlos der vorigen Furcht, und begier-denlos der ehemaligen Begierde. Im Gcgentheil dervorübcrgegangnen Traurigkeit erinner' ich mich mitFreud', und mit Trauer der vorübergegangnen Freude.
In Rücksicht des Körpers, ist dies nicht zu be-wundern, denn ein Anderes ist der Geist, ein Anderes