Zehntes Buch.
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Innern sehen, nichts anders sei, als das, was hierund dort ungeordnet im Gedachtnisse lag, durch Den-ken gleichsam sammeln, und durch Aufmerksamkeit da-hin bringen, daß es, wie zur Hand gelegt im Ge-dachtnisse, wo es vorher zertrennt und vernachlässigtin Verborgenheit ruhte, nun auch bei geringer Auf-merksamkeit sogleich bereit steht. Und wie vieles ent-halt mein Gedächtniß, daß nun darin aufgefunden,und wie ich sagte, gleichsam zur Hand gelegt ist, wo-von wir sagen, daß wir es gelernt und erkannt hatten!Versäum' ichs, in maßigen Zeiträumen es wieder her-vorzurufen: so sinkt es wieder zu Boden, und stürtzthinab, wie in verborgenere Behälter, so daß ich es,wie etwas Neues wieder heraus denken muß.
Ferner enthält das Gedächtniß der Zahlen undAusdehnungen unzählbare Verhältniss' und Regeln,deren keine durch Körpersinn empfangen wird, weil sieweder Farbe haben, noch Ton, noch Geruch, noch Ge-schmack, noch Fühlbarkeit. Ich hörte die Töne derWorte, wodurch sie bezeichnet werden: wenn man vonihnen redet: aber jene sind ganz etwas Anderes, alsdiese; denn diese tönen anders griechisch anders latei-nisch: jene Ding' aber sind nicht griechisch noch latei-nisch, noch sonst einer Sprache. Ich sah Linien vonKünstlern, wohl so feine wie der Spinnefäden: abermeine mathematischen Linien sind andre, nicht Bilderdieser, die mir das Aug' anzeigte. Man kennt sie,wenn man sie, ohne das geringste Körperliche dabei zudenken, innerlich erkennt. Auch die Zahlen die wirzählen, fand ich wohl in der Empfindung aller meiner