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Bekenntnisse
Entstehung
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258
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258 A. Augustinus Bekenntnisse.

was ich sage, aus dem Vorrathe des Gedächtnissesgegenwartig: denn mangelten sie, so spräch' ich derleinicht.

Groß ist die Kraft des Gedächtnisses, sehr groß,mein Gott, ein weiter unendlicher Behälter! Wer ge-langt bis zu seinem Boden? Und es ist dies eineKraft meines Geistes, und gehört zu meiner Natur,und so fass' ich es selbst nicht ganz, was ich bin. Zueng' ist der Geist um sich selbst zu fassen. Wo ist erwohl, daß er sich nicht faßt? Wär' er etwas außersich und nicht in sich? Warum faßt er sich nicht?

Große Bewunderung entsteht hierüber in mir,und Staunen ergreift mich. Und Menschen gehenhin, und bewundern die Höhe der Gebirg', und desMeers ungeheure Wogen, und die weiten Ergüsse derStröme, und des Oceans Umfang, und die Kreise-der Stern', und verlassen sich selbst, und bewundemsich nicht. Und ich, da ich alle diese Dinge nannte,sah ich sie nicht mit den Augen; ich nännte sie nicht,wenn ich nicht die Berg', und Wogen, und Ström' lund Sterne, die ich sah; und den Ocean, den ichglaubte, innerlich in meinem Gedächtnisse ssahe, gleich-wohl sie aber auch in ungeheuren Räumen gleichsamaußer mir sähe. Und dennoch verschluckt' ich sie nicht,als ich sie sah: und sie selbst sind nicht in mir, nurihre Bilder, und ich weiß genau, von welchem Sinnesie mir zugeführt sind.

Aber dies ist nicht die einzige unermeßliche Fä-higkeit meines Gedächtnisses. Hier findet sich auchAlles, was von den Grundsätzen der Wissenschaften