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Bekenntnisse
Entstehung
Seite
257
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Zehntes Buch.

der jener Farben die nichts destoweniger dort sind,mischen sich nicht dazwischen, und unterbrechen michnicht, da ein andrer Borrath, der durch die Obrenhineinkam, hervorgezogen wird. So erinner' ich michauch nach Belieben alles Übrigen, was durch die an-dern Sinne hereingebracht und niedergelegt ist. UndLilienduft unterscheid' ich von Veilchen ohne wirklichzu riechen; und Honig zieh' ich dem Moste vor, Sanf-tes Rauhem, ohne wirklich zu schmecken oder zu füh-len, bloß in der Erinnerung. Innerlich bewirk' ichdas, im ungeheuren Räume meines Gedächtnisses.Denn hier sind mir Himmel und Erd' und Meer ge-genwartig mit Allem, was ich in ihnen empfindenkonnte, jenes ausgenommen, was ich vergaß. Hierauch begegn' ich mir selbst, und erinnere mich meiner,was, wann und wo ich etwas that, und wie meineStimmung war, als ich es that. Hier ist Alles, wasich entweder aus Selbsterfahrung oder durch Glaubenbehielt. Aus demselbem Vorrath erkenn' ich die Ähn-lichkeit der Dinge, die ich entweder erfuhr, oder inRücksicht der Erfahrnen glaubte; und ich vereine siemit dem Vergangnen, und vor mein Denken erschei-nen zukünftige Werk' und Zufall', und was ich zuhoffen habe, und dies alles wie gegenwartig. Diesoder Das will ich thun, sag' ich zu mir selbst in mei-nes Geistes ungeheurem Räume, der voll ist von sovielen und so großen Dingen. Dies oder jenes wirddaraus entsteh»! O geschähe doch dies oder jenes!Verhüte Gott dies oder jenes! Derlei sag' ich zu mir,und wann ich es sage, sind mir alle Bilder dessen,