Zehntes Buch.
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Mond und Sterne: auch wir sind nicht Gott, den dusuchst, sagten sie. Und ich sprach zu allen Dingen,die die Thore meiner Sinn' umstehen: ihr sagtet mirvon meinem Gott, Ihr wart es nicht; sagt mir nunetwas von ihm! Und sie riefen aus mit lauter Stim-me; Er erschuf uns! — meine Frage war meineSehnsucht, und ihre Antwort ihre Schönheit. Undich wandte mich zu mir selbst, und sprach zu mir:Du, wer bist du? Und ich antwortete: ein Mensch,und sieh, aus Leib und Seele besteh' ich, das eineäußerlich, das andre innerlich. In welchen von beidensoll ich meinen Gott suchen, den ich bereits mit demKörper suchte von der Erde bis zum Himmel, so weitich Bethen aussenden konnte, die Strahlen meinerAugen. Aber besser ist, was innerlich ist. Denn derSeele gaben Bothschaft alle Bochen des Körpers, ihr,der Vorsteherin und Urtheilerin über die Antwortendes Himmels und der Erde, und aller Dinge, die inihnen sind, und sagen: wir sind nicht Gott, sonderner erschuf uns. Dies erkannte der innere Mensch durchden Dienst des äußern, Ich innerer erkannt' es, IchSeele durch die Sinne meines Körpers.
Ich fragte die Weltmasse nach meinem Gott, undsie antwortete: Ich bin es nicht, sondern Er erschufmich. Erscheint nicht ihre Gestalt Allen, deren Sinngesund ist? Warum sagt sie nicht zu Allen dasselbe?Die kleinen und großen Thiere sehen sie, aber fragenkönnen sie nicht. Denn nicht ist ihren Bothschaft ge-benden Sinnen die Richterin Vernunft vorgesetzt. DieMenschen aber können fragen, auf daß sie Gottes Un-