Zehntes Buch.
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richtest mich: denn obschon keiner der Menschen weiß,was im Menschen ist, als der Geist des Menschen,so ist dennoch etwas im Menschen, das selbst der Geistdes Menschen nicht weiß, der in ihm ist. Du aberweißt alles was an ihm ist, Herr, der du ihn schufst.Ich aber, obwohl mich verachtend vor deinem Ange-sicht, und mich achtend Erd' und Asche, weiß dennochetwas von dir, was ich von mir nicht weiß. Undsicher, nun sehen wir durch einen Spiegel im Dunkeln,und noch nicht von Angesicht zu Angesicht; und deß-halb bin ich, so lang' ich wandle fern von dir, mirgegenwartiger als dir: und dennoch weiß ich, daßnichts dir schaden könne; welchen Versuchungen Ichaber zu widerstehen vermög' und welchen nicht, weißich nicht. Und hier ist Hoffnung mein Trost, denndu bist getreu, und lassest uns nicht versuchen überunser Vermögen, sondern gibst Ausweg bei der Ver-suchung, so, daß wir es ertragen mögen. — Bekennenalso will ich, was ich von mir weiß, bekennen, wasich von mir nicht weiß. Denn was ich von mir weiß,weiß ich durch dein Licht; und was ich von mir nichtweiß, weiß ich so lange nicht, bis meine Finsternißwird, wie der Mittag, in deinem Antlitze.
Nicht zweifelhaft, sondern sicher, Herr, ist dasBewußtsein, daß ich dich liebe. Du trafst mein Herzmit deinem Wort, und ich liebte dich. Aber auchHimmel und Erd' und Alles was in ihnen ist, siehe!rings her rufen sie, daß ich dich lieben solle. Und siehören nicht auf, es Allen zuzurufen, damit sie keineEntschuldigung haben. Doch mehr noch wirst du dich