- A. Augustinus Bekenntnisse.
Tempels, erbarme dich meiner nach deiner großenBarmherzigkeit um deines Namens willen! Verlassenicht dein begonnenes Werk, und vollende, was in mirnoch unvollkommen ist!
Das ist die Frucht, wann ich bekenne, nicht werich war, sondern wer ich bin, daß ich dies bekenne,nicht allein vor dir in heimlicher Freude mit Zittern,und in heimlicher Trauer mit Hoffnung; sondern auchvor den Ohren der glaubenden Menschenkinder, dmMitgesellen meiner Freud' und den Genossen meinerSterblichkeit, meinen Mitbürgern und Mitpilgern, mei-nen Vorgangern und Nachfolgern, und den Gefährtenmeines Lebens. Diese sind deine Diener, meine Brü-der, die du deine Kinder werden ließest, meine Herrn,denen zu dienen du mich hiessest, wenn ich mit dirin dir leben will. Und nicht genug, daß dein Wortdurch Rede mir dies anbefahl: auch mit That ging esmir vor. Und Ich thu' es nun mit That und Wort;ich thu' es unter deinen Flügeln, stets in Gefahr: Aberunter deinen Flügeln halt sich meine Seel' an dir, undmeine Schwach' ist dir bekannt. Ein Kindlein binich; aber es lebt mein Vater allezeit, und einen gutenSchützer Hab' ich. Denn es ist derselbe, der mich er-schuf, und der mich schützt, und Du selbst bist allesmein Gut, du Allmachtiger, der du immer mit mirbist, auch eh' ich mit dir war!
Erzählen also will ich denen, welchen zu dienendu mich heissest, nicht wer ich war, sondern wer ichjetzt bin, und wer ich noch bin. Aber ich richte michnicht selbst, und so höre man mich. Denn du, Herr,