248 A. Augustinus Bekenntnisse.
sonders unter Jenen, die sie mit einander verband, undEins machte; so bekenn' ich dir auch so, Herr, daßes die Menschen hören, denen ich nicht beweisen kann,daß ich Wahres bekenne: aber Die glauben mir, derenOhren die Lieb' eröffnet.
Du aber, mein innerer Arzt, sage mir, welcheFrucht bring' ich hervor? Die Bekenntnisse meinervorigen Fehler, die du vergabst und bedecktest, auf daßdu mich selig machtest in dir, meine Seele wandelnddurch den Glauben und deine Geheimnisse, erweckenim Leser und Hörer das Herz, daß es nicht betäubtwerd' in Verzweiflung, und spreche: ich kann nicht!sondern aufwach' in der Liebe deiner Barmherzigkeit,und in der Süße deiner Gnade, die machtig wirkt injedem Schwachen, der durch sie der eignen Schwachebewußt wird. Und die Guten erfreut es, von vorigenFehlern jener zu hören, die jetzt davon frei sind: nichtdeßwegen erfreut es, weil es Fehler sind, nein, weilsie waren und nicht mehr sind.
Mit welcher Frucht denn, Herr mein Gott, demtaglich mein Gewissen bekennt, sicherer in der Hoff-nung deiner Barmherzigkeit, als in seiner Unschuld,—mit welcher Frucht bekenn' ich auch den Menschen vordir in diesen Schriften, nicht wer ich war, sondernwer ich jetzt bin? Denn des erstem Frucht sah ich,und erwähnt' ihrer. Wer ich noch bin, siehe, in derZeit dieses meines Bekenntnisses, das wünschen vielezu wissen, die mich kannten, und viele, die mich nichtkannten, aber dennoch von mir oder über mich etwashörten: Doch ihr Ohr ist nicht an meinem Herzen