Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
244
Einzelbild herunterladen
 

244 A. Augustinus Bekenntnisse.

habe: vergib auch du ihr die Schulden, wenn sie de-ren sich zuzog in den vielen Jahren nach dem Wasserder Taufe. Vergib Herr, ich bitte dich, vergib, undgehe nicht mit ihr zu Gericht! Deine Barmherzigkeitgeh' über Gericht, weil deine Aussprüche wahr sind,und du Barmherzigkeit versprachst den Barmherzigen.Daß sie es waren, das verliehst du ihnen, der sich er-barmt, deren er sich erbarmt, und Barmherzigkeit er-weist, denen er barmherzig ist.

Und ich glaube, du hast schon gethan, um das ichbitte: doch verschmähe nicht das willige Opfer meinesMundes, Herr! Denn als der Tag ihrer Auflösungnahe war, dachte sie nicht daran, daß ihr Leib mitPracht begraben oder in Spezerei gelegt werden möchte;und kein zierliches Denkmal verlangte sie, noch einGrab in ihrem Vaterlande. Nicht derlei trug sie unsauf, sondern verlangte nur, daß ihrer gedacht werdenmöcht' am Altare, dem sie ohne eines Tages Unter-brechung gedient hatte, weil sie wußte, daß dort dasheilige Schlachtopfer ausgetheilt werde, wodurch dieHandschrift ausgelöscht ist, die gegen uns war; wo-durch der Feind überwunden ward, der unsre Sündenaufzählte, und suchte was er uns vorwerfen möchte,nichts findend in Jenem, worin wir siegen. Wer wirdihm sein unschuldiges Blut wiedererstatten? Wer ihmersetzen den Preis, um den er uns kaufte, um unsihm wieder abzukaufen? An das Geheimniß diesesdeines Lösegeldes band deine Magd ihre Seele durchdas Band des Glaubens. Keiner wird sie reißen ausdeinem Schutze. Der Löw' und Drache wird sich