24t) A. Augustinus Bekenntnisse.
ser ihrer letzten Krankheit, wahrend sie in meinenDienstleistungen mich anlächelte, mich einen frommenSohn nannte, und voll zärtlicher Liebe sich erinnerte,nie aus meinem Mund ein hartes oder schmähendesWort gegen sie gehört zu haben. Aber dennoch, meinGott, der du uns geschaffen hast, was war die ihr vonmir bewiesene Ehrfurcht, was war sie in Vergleichmit ihren mir erwiesenen Diensten? Einen solchenTrost also, wie sie, zu verlieren, das verwundete meineSeele; und zerrissen ward gleichsam mein Leben, daes eins geworden war, meines und ihres.
Da nun gestillt war das Weinen jenes Knaben,ergriff Evodius den Psalter, und stimmte den Psalman, den wir alle mitsangen: Von Gnad' und Gerichtwill ich dir singen, Herr! Als man aber hörte, wasvorging, kamen viele Brüder und gottesfürchtige Schwe-stern; und wahrend Jene, denen dies oblag, der Sittegemäß den Leichnam besorgten, unterredet' ich mich,schicklich zurückgezogen, den Umständen gemäß mit Je-nen, die mich nicht verlassen zu dürfen glaubten, undlinderte so durch den Balsam der Wahrheit meine dirbekannte Qual. Sie aber wußten das nicht, horchtenmir aufmerksam, und glaubten, ich empfände keinenSchmerz. Aber allein vor deinen Ohren, wo keineres hörte, straft' ich mich über meine Weichlichkeit, unddrängte zurück die Fluth der Trauer. Sie wich dannein Weniges, und wiederum stürmte sie ein auf mich,doch nicht bis zum Ausbruche der Thränen, oder biszur Veränderung des Antlitzes: Ich aber wüßt' es,wie es mir das Herz preßte! Und weil ich mich hef-