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Bekenntnisse
Entstehung
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Neuntes Buch.

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liehen hattest, und fragten sie, ob sie nicht fürchtete,ihren Körper so fern von ihrem Vaterlande zurückzu-lassen? Nichts, antwortete sie, ist fern von Gott, undich habe nicht zu besorgen, daß er am Ende der Zeitennicht wisse, wo er mich aufcrwecke.

Am neunten Tag ihrer Krankheit, im sechs undfünfzigsten Jahr' ihres Alters, und im dreißigsten mei-nes Alters, ward diese fromme und gottesfürchtigeSeele ihrem Körper entlöset.

Ich drückt' ihr die Augen zu, und unsägliche Trau-rigkeit floß in mein Innerstes zusammen, und floßüber in ThraneN; aber auf der Seele machtiges Ge-heiß verschluckten meine Augen ihren Quell bis zurTrockenheit- und schwer ward es mir in diesem Kampf.Auch der Knab' Adeodatus brach bei ihrem Tod inlautes Jammern aus, und nur genöthigt von unsAllen schwieg er. So ward auch meine kindische Re-gung, die sich in Weinen ergoß, durch die Stimmedes Jünglingsherzens erstickt und geschweigt. Dennwir glaubten, es ziemte sich nicht, diese Leiche mitthranenvollcn Klagen und Seufzen zu ehren, weil manhierdurch ein gewisses Elend der Gestorbenen, odergar ihr ganzliches Aufhören zu beweinen scheint: aberJene starb nicht elendiglich, und starb nicht ganzlich.Das beweisen uns sichere Gründe, die Belege ihrerSitten und ihr ungeheuchelter Glaube.

Was war es also, was mein Inneres so sehr mitSchmerz durchdrang, als die neue Wunde der plötzlichzerrissenen Gewohnheit ihres so süßen und lieblichenUmgangs? Ich wünschte mir zwar Glück, daß in die-