236 A. Augustinus Bekenntnisse.
Wir sprachen ferner: Wenn in Jemandem derTumult des Fleisches schwiege, die Vorstellungenschwiegen von Wasser und Erd' und Luft, und diePole schwiegen, und selbst die Seele sich schwieg',über sich erhöbe, und ganz sich vergäße; wenn Traumeschwiegen und Bilder der Einbildungskraft, und durch-aus alle Wort' und alle Zeichen, und alles, was vor-übergeht, schwiegen, — denn wer sie hört, dem sagensie: nicht wir selbst machten uns, sondern der, welcherlebt in Ewigkeit; — wenn sie schwiegen, weil sie un-ser Ohr nun erhoben hatten zu dem, der sie machte,und Er nun allein redete, nicht durch Jene, sonderndurch sich selbst, auf daß wir sein Wort hörten, nichtdurch des Fleisches Zunge, noch durch des EngelsStimme, noch durch der Wolke Geräusch, noch durchdes Gleichnisses Dunkel, sondern wir ihn selbst denwir in Jenen lieben, ihn selbst ohne sie hörten, sowie wir uns jetzt erhoben, und in reißendem Gedan-kenfluge die ewige über Alles bleibende Weisheit be-rührten; und wenn dieser Zustand fortdauerte, undkeine fremdartige Vorstellungen sich einmischten, unddiese einzige Vorstellung hinriss' und verschläng' undversenkt' in die ewige Freude den Anschauenden, daßso das ewige Leben wäre, wie dieser Moment derErkenntniß war, zu dem wir aufseufzten: — würdedas nicht sein: Geh' hinein in die Freude deinesHerrn? Und dies, wann wird es sein? Oder wer-den wir All' auferstehen, aber nicht alle verwandeltwerden?