232' A. Augustinus Bekenntnisse.
Gatten beschuldigten, beschuldigte jene ihre Zung', undgab wie im Scherze die ernste Ermahnung, daß siesich des Ehevcrtrags erinnern sollten, wodurch sieMägde geworden waren, und daß sie also, eingedenkihres Zustandes, sich nicht stolz auflehnen dürsten wi-der ihre Herren. Und wann sich jene wunderten, daßsie, obwohl sie wußten wie wild ihr Gatte wäre, dochnie gehört hatten, daß Patricius sein Weib geschlagen,oder auch mit ihr nur Einen Tag in häuslichem Zankezugebracht hatte, und wann sie dann zutraulich nachder Ursache fragten, lehrte sie sie ihre Weise, deren ichoben erwähnte. Jene, die sie sich merkten, und dieErfahrung machten, wünschten sich Glück; die sie sichnicht merkten, blieben übelbehandelt und geplagt.
Auch ihre Schwiegermutter, die zuerst durch dasverläumdende Geschwätz böser Mägde wider sie aufge-bracht war, besänftigte sie so, ausharrend in Duldsam-keit und Sanftmuth, daß sie von selbst ihrem Sohnedie zwischenträgerischen Zungen der Mägde verrieth,die zwischen ihnen und der Schwiegertochter den Haus-frieden störten, und ihn zum Strafen aufforderte.Nachdem Jener nun also, der Mutter gehorsam, undZucht haltend unter dem Gesind', und sorgend für dieEinigkeit der Seinigen, die Verrathnen nach der Ver-lachenden Willen mit Schlägen gezüchtigt hatte; ver-sprach jene, daß Jede solchen Lohn zu hoffen hatte,die, um ihr gefällig zu sein, von ihrer Schwiegertoch-ter etwas Böses redete: und keine wagte das nun,und in denkwürdiger Eintracht lebten sie fortan.