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Bekenntnisse
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230 A. Augustinus Bekenntnisse.

ausbrechen, und in jungen Seelen von dem GewichtÄlterer erstickt zu werden pflegen. Durch täglichenAusatz nun eines Wenigen zum Wenigen (denn We-niges verachtend fallt man ins Größere) war sie soin die Gewohnheit gerathen, daß sie schon fast volleBecher Weins begierig austrank. Wo war nun diekluge Alte und ihr scharfes Verbot? Vermochte sieetwas gegen die verborgene Krankheit, wenn nichtdeine Hülfe, o Herr, über uns wachte? Da Vaterund Mutter und Aufseherin es nicht sahen, sahst dues, der du sie schufst, der du uns zu dir rufst, der duauch durch schlechtere Menschen oft Gutes bewirkstzum Heile der Seelen: Und was thatest du, meinGott? Wie heiltest du sie, wie machtest du sie ge-sund? Zogst du nicht hervor aus einer anderen See?ein hartes und scharfes Schmähwort, wie ein heilen-des Messer, aus deiner verborgenen Fürsehung, undschnittest hinweg die Fäulniß in Einem Schnitte?Denn eine Magd, mit der sie zum Fasse zu gehenpflegte, zankte sich mit ihr wahrend sie allein waren,und warf ihr dies Laster mit der bittersten Grobheitvor, und schalt sie eine Weinsauferin. Das traf, undsie schaute zurück auf ihren häßlichen Fehler; und so-fort verabscheute sie ihn, und legt' ihn ab. So wie ^schmeichelnde Freunde verderben, so bessern oft zan-kende Feinde. Aber nicht nach dem, was Du durchsie wirkst, sondern nach dem, was sie selbst wollen,vergiltst du ihnen. Denn argern die Tochter wolltedie erzürnte Magd, nicht bessern, und zwar heimlich,weil es Stell' und Zeit so fügte, oder damit sie nicht