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Bekenntnisse
Entstehung
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229
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Neuntes Buch.

lein" zu tragen pflegen. Aus dieser Ursach', und wegenihres Alters und tadellosen Betragens ward sie in die-sem christlichen Hause sehr geehrt von der Herrschaft.Man trug ihr auch die Aussicht über die Töchter desHauses auf: und mit Treue besorgte sie das, schranktesie ein, wo es nöthig war, mit heiliger scharfer Strenge,und unterrichtete sie mit gesetzter Klugheit. Dennwenn sie außerhalb der Stunden, wo ihnen am Ti-sche der Eltern maßige Kost gereicht ward, auch hef-tigen Durst litten, so ließ sie sie nicht einmal Wassertrinken, so eine böse Gewohnheit verhütend, und setztedas weise Wort hinzu: Nun wollt ihr Wasser trinken,weil kein Wein in eurer Gewalt ist: gelangt ihr aberzu Mannern, und werdet Meisterinnen zu Borraths-kammer und Keller, so ekelt euch das Wasser, unddes Weintrinkens Gewohnheit siegt! Durch dieseArt zu lehren, und durch das ihr übertragene Ansehnzügelte sie die Begierlichkeitcn der zarteren Jugend,und gewöhnte selbst den Durst der Madchen an schick-liche Zeiten, so daß ihnen nun nicht beliebte, was sichnicht ziemte.

Und dennoch, wie mir Sohne deine Dienerin er-zahlte, hatte sich die Weinluft bei ihr eingeschlichen.Denn da es ihr als einem nüchternen Madchen auf-getragen ward, Wein aus dem Fasse zu holen, schlürftesie mit vorgespitzten Lippen von dem Rande des Schöpf-bechers, eh' sie ihn in die Masch' ausschüttete, einWeniges nur, weil Mehreres ihr widerstand. Dennnicht Trinkbegier verleitete sie dazu, sondern gewisseüberflüssige Auswüchse der Jugend, die in Spielereien

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