222 A. Augustinus Bekenntnisse.
mir zu zürnen wegen des Vergangenen, auf daß ichin Zukunft nicht mehr sündigte! und mit Recht zuzürnen, weil keine andre Natur aus dem Geschlechteder Finsterniß in mir sündigte, wie jene sagen, dienicht sich zürnen, und sich Zorn aufHaufen für denTag des Zorns, und der Offenbarung deines gerech-ten Gerichts! Auch war mein Gut nun nicht außer mir,und nicht mit fleischlichen Augen sucht' ich es in die-sem Sonnenlichte: denn die sich erfreuen wollen vonaußen, vergehen leicht, und ausgegossen werden sie inJenes, was sie sehen, und was zeitlich ist, an dessenBildern ihre hungrige Gedanken lecken. O ermatte-ten sie vor Hungersnoth, und sprachen: wer zeigt unsdas Gute? und wir antworteten, daß sie es hörten:Wir sind bezeichnet mit dem Lichte deines Angesichts,Herr! denn das Licht sind wir nicht, was erleuchtetjeglichen Menschen; sondern wir werden erleuchtet vondir, daß wir, die wir einst Finsterniß waren, Licht seinin dir! — O wenn sie sahen das innerliche ewigeLicht, das ich gekostet hatte! Und ich knirschte, daßich es ihnen nicht zeigen konnte, wann sie, entfernt vondir, das Herz in ihren Augen mir darbrachten, undsprachen: Wer zeigt uns das Gute? Denn hier, woich mir gezürnt hatt' innerhalb der Schlafkammer, woich zerschlagen war, wo ich geopfert hatte, hinschlach-tend meine alte Gewohnheit, und hoffend in begonne-ner Anschauung meiner Erneuerung, hier begannst dumir süß zu werden, und hattest mir Freude gegebenin meinem Herzen. Und ich schrie auf, wann ich diesvon außen las, und innerlich empfand. Und ich