186 A. Augustinus Bekenntnisse.
rauckten, auf welche Weise drangst du in das Herzdieses Mannes?
Er las, wie Simplicianus sagt, die h. Schrift,und alle Schriften der Christen durchforscht' er mitangestrengter Aufmerksamkeit; und er sprach zu Sim-plicianus: (nicht öffentlich, sondern geheim und imVertrauen) Wisse, daß ich nun ein Christ bin! Undjener antwortete: Ich glaub' es nicht, und rechne dichnicht unter Christen, bis ich dich in einer Christuskirchesehe! Er aber lacht' und sprach: Also machen Wändeden Christen? — Und okt sagt' er es, er wäre nunein Christ, und oft antwortete Simplicianus wie zu-erst, und oft lacht' er über die Wände. Denn erfürchtete seine Freunde zu beleidigen, hoffärtig'e Da-monenverehrer, und glaubte, daß von ihrem Gipfelbabylonischer Würde, wie von Libanons Zedern, dieder Herr noch nicht zerschlug, ihr Hals hart auf ihnstürzen würde. Aber als er durch Lesen und ForschenFestigkeit erhielt, und fürchtete von Christus verläugnetzu werden vor den heiligen Engeln, wenn er fürchtete,ihn vor den Menschen zu bekennen, und eines großenFrevels sich schuldig schien, wenn er errothete über dieGeheimnisse der Demuth, deines Worts, und sonstnicht errothete über die gottesschanderiscben Mysterienhoffärtiger Dämonen, denen er, ein hoffärtiger Nach-ahmer, angehangen hatte; warf er die Eitelkeit vonsich und folgte der Wahrheit, und plötzlich und unver-muthet sprach er zu Simplicianus, wie mirs dieser selbsterzählte: Laßt uns zur Kirche gehen, ich will ein Christwerden. Dieser aber faßte sich nicht vor Freud', und