178 A. Augustinus Bekenntnisse.
erschaffen ist, und wieder zurückgedrängt sah ich, wasich durch die Finsternisse meiner Seele nicht erblickenkonnte. Gewiß war ich, du warst unendlich, dennochnicht ausgebreitet durch endliche oder unendliche Räume;und du wärst wahrhaft, der du immer derselbe wärst,und in keinem Theil und in keiner Bewegung andersoder anders; alles Übrige aber wär' aus dir aus die-sem einzigen unumstößlichen Grunde, daß sie sind: ge-wiß war ich von diesem, aber dennoch zu schwach umdeiner zu genießen. Ich schwatzte schon wie ein Kun-diger; und sucht' ick nicht in Christus, unserm Hei-lande, deinen Weg, so war ich kein Kundiger, sondernein Verlorner. Denn ich sing jetzt an, weise scheinenzu wollen, da ich meine Strafe noch an mir trug;und ich weinte nicht, und ich schwoll auf vor Wis-senschaft.
Denn wo war jene Liebe, gebaut auf dem Grundeder Demuth, welcher Jesus Christus ist? Oder wiewollten jene Bücher sie mich lehren? deßwcgcn glaub'ich, wolltest du, daß ich, eh ich deine Schriften las,auf diese Bücher gerieth, damit meinem Gedächtnißeingeprägt würde, welcherlei Wirkung sie in mir her-vorbrachten, und damit, als ich zahm geworden wardurch deine Bücher, und deine sorgenden Finger meineWunden geheilt hatten, ich erkännt' und einsähe denUnterschied zwischen Anmaßung und Bekenntniß; zwi-schen denen, die da sehen, wohin man gehen soll, abernicht sehen, auf welche Weis', und zwischen dem Wege,welcher führt zum seligen Land, nicht nur um es zusehn, sondern auch zu bewohnen. Denn wenn ich zu-