164 A. Augustinus Bekenntnisse.
kreißenden Herzens, welche Qual, mein Gott! Unddeine Ohren Hertens, und ich wüßt' es nicht! Undwahrend ich stillschweigend angestrengt .forschte, wardie lautlose Zerknirschung meines Herzens ein starkerRuf an deine Barmherzigkeit. Du wußtest es, wasich litt, und der Menschen keiner. Denn wie viel da-von kam wohl durch meine Zunge zu den Ohren mei-ner Vertrautesten? Erscholl ihnen meiner Seele gan-zer Tumult, dem nicht Zeit und nicht mein Mundgewachsen war? Dennoch kam Alles vor dein Gehör,was ich schrie in der Angst meines Herzens; und vordir war meine Begierd', und meiner Augen Licht warnicht bei mir. Denn inwendig war es, ich aber aus-wendig. Auch nicht wars in einem Raum; ich aberschaut' auf solches, was Raum' umfassen, und fandkeinen Raum zur Ruhe. Auch nahm mich alles dasnicht aus, daß ich sagen konnte: Genug ist es! mir istwohl! Und es ließ mich nicht zurück dorthin, wo mirwohl genug wäre. Denn ich war erhaben darüber,doch niedriger als du, und du, die wahre Freude mirdeinem Untergebnen, unterwarfst mir, was du geringer,als ich bin, erschufst. Und das war das rechte Maaßund die Mittelstraße meines Heils, daß ich bliebe nachdeinem Ebenbild, und dir dienend den Leib beherrschte.Aber da ich stolz aufstand wider dich, und halsstarriggegen den Herrn anlief; wuchs auch jenes Geringsteüber mich, und es drückte mich, und nirgend war Lin-derung noch Erholung. Schaarweise kam es unddicht gedrangt vor meinen Blick, und Körpervorstel-lungen kamen vor meine Gedanken; und diese stellten