Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

Siebentes Buch.

165

sich mir entgegen, wollt' ich zurückkehren, als sprachensie: Wohin Unwürdiger, Unreiner? Und dies warmir erwachsen aus meiner Wunde, weil du erniedrig-test wie einen Verwundeten den Stolzen. Und in mei-ner Hoffart sondert' ich mich von dir, und meines Ant-litzes Aufgeblasenheit schloß meine Augen.

Du aber, Herr, bleibst ewig, und nicht ewig zürnstdu uns, weil du dich erbarmtest der Erd' und derAsche, und es dir gefiel, vor deinem Angesichte msrwieder Gestalt zu geben aus meiner Mißgestalt. Unddu triebst mich umher in meinem Innern, auf daß ichnicht ruhete, bis du hell erschienest meinem inwendigenBlicke. Und so legte sich meine Aufgeblasenheit durchdie verborgne Hand deiner Arznei, und meines Gei-stes verstörte verdunkelte Sehkraft ward heil von Tagezu Tage durch die scharfe Salbe meiner heilsamenSchmerzen.

Und um mir nun zu zeigen, wie du den Stolzenwiderstehst, aber Gnade verleihst den Demüthigen, undwie große Barmherzigkeit erwiesen wäre den Men-schen auf dem Wege der Demuth, da dein WortFleisch ward; sandtest du mir durch Jemand, aufge-blasen von unendlicher Hoffart, einige Schriften vonPlatonikern, aus der griechischen Sprache übersetzt indie lateinische: und darin fand ich, mit denselben Wor-ten zwar nicht,, doch dasselbe mit vielen und vielfachenGründen behauptet: Im Anfang war das Wort, unddas Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.Dies war im Anfange bei Gott; Alles ist durch das-selbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht.