Sechstes Buch.
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Fremdem nicht treu wart, wer wird euch geben, waseuer ist? — Ein solcher war damals jener mein Freund,und er schwankte mit mir in Berathung, welche Le-bensweise zu ergreifen wäre.
Auch Nebridius, welcher, seine Geburtsgegend nahbei Karthago verlassend, und selbst Karthago wo erso oft war, und das treffliche vaterliche Gefilde ver-lassend, sein Haus verlassend und die zurückbleibendeMutter, bloß deßhalb nach Mailand gekommen war,um mit mir eifrig zu forschen nach Wahrheit und Weis-heit: auch Er seufzte eben so, und schwankte hin und hereben so, ein glückseliges Leben feurig suchend, und strenggrübelnd in dunkeln Fragen. Und wir waren drei Dürf-tige, klagend einander ihre Noch, und erwartend von dir,daß du ihnen Speise gäbest zu seiner Zeit. Und in allerder Bitterkeit, die unfern Welthandlungen deine Barm-herzigkeit folgen hieß, schauten wir auf den Zweck,weßhalb wir sie ertrügen: und Finsterniß fanden wir,und seufzend ekelt' uns ihrer, und wir sprachen: wielange dies? Und oft sprachen wir so, und verließenes dennoch nicht, weil nichts sicheres uns erschien, waswir erfassen möchten, wenn wir jenes verließen.
Und mit Verwunderung und Gram überdacht'ichs, welche lange Zeit es wäre vom neunzehnten Jahremeines Alters her, wo mich Liebe zur Weisheit zubefeuern begann, und ich den Vorsatz faßte, so baldich sie gefunden hatte, alle die leere Aussicht und täu-schende Thorheit eitler Begier zu verlassen: und sieh!ich war im dreißigsten Jahr, und steckte noch im nem-lichen Kothe, voll Verlangen, zu genießen des Ge-
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