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Bekenntnisse
Entstehung
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125
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Sechstes Buch. . 125

Hütt' es nicht erfahren: auch Er kannte meine Be-drängniß nicht, noch die Grube meiner Gefahr. Dennnicht erfragen von ihm, was ich wollte, könnt' ich,wie ichs wollte, indem Schaaren geschäftiger Men-schen, deren Schwachen er aufzuhelfen strebte, michvon seinem Ohr und Mund ausschlössen: und wah-rend der kurzen Zeit, daß er nicht unter diesen war,erquickt' er den Leib mit nöthigem Unterhalt, oder mitLesen den Geist. Doch wann er las, gingen die Au-gen über das Blatt, und das Herz forschte den Sinn:Stimm' aber und Zunge ruhctcn. Ost, wann wirbei ihm waren, (denn keinem wars verboten, hinein-zukommen; und den Kommenden anzumelden warnicht Sitte) sahn wir ihn so schweigend lesen, und nieanders. Wir saßen dann in tiefer Stille, (denn werwagt' es, eine solche Aufmerksamkeit zu stören?) undgingen hinweg; und wir muthmaßten, er wollte wah-rend der wenigen Zeit, die er zur Erholung seinesGeistes gewann, ermüdet vom Geräusche fremder An-gelegenheiten, nicht auf etwas anders gewandt sein;oder vielleicht verhüten, daß, wenn der Schriftsteller,den er laut läse, sich etwa dunkel ausdrückte, er nichtgcnöthigt wäre, dies dem achtsamen Zuhörer zu er-klären, oder deßhalb über andre schwerere Fragen zureden, und durch solche Verwendung der Zeit weni-gere Schriften durchzulesen, als er wollte, obwohlauch die Erhaltung seiner Stimme, die sehr leichterstumpfte, gerechte Ursache seines stillen Lesens seinkonnte. Aus welcher Absicht er es auch that, sicherthat der Mann es aus einer guten.