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Bekenntnisse
Entstehung
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123
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Sechstes Buch.

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Da sie also zu den Gedächtnißstellen der Heiligen,wie's in Afrika gebräuchlich war, Mus und Brvd undWein hinbracht', und vom Thürhüter zurückgewiesenward, so nahm sie dies, als sie erfuhr, der Bischofhätt' es verboten, mit solcher Frömmigkeit und mitsolchem Gehorsam auf, daß ich mich selbst wunderte,wie sie so willig vielmehr alsbald ihre Gewohnheitverdammt', als nach dem Grunde des Verbots forschte.Denn nicht Weinbegier trieb sie, noch reizte sie Liebedes Weins zum Hasse des Wahren, wie viele Man-ner und Weiber, welche Ermahnungen zur Nüchtern-heit anekeln, wie Berauschte wassergemischter Trank.Sondern wann sie einen Korb mit den zuvorzukosten-den und drauf zu vcrtheilcnden Opferspeisen herbeige-bracht hatte, nahm sie um etwas zum Ehrenkosten zuhaben, nur ein einziges für ihren nüchternen Gaumengemischtes Becherchen; und wann viele auf solche Artzu ehrende Gedachtnisse Verstorbener vorhanden waren,so trug sie dies einzige mit umher, um sich des nem-lichen allenthalben zu bedienen, und theilte diesen nichtnur sehr mit Wasser gemischten, sondern auch sehrlaulichten Wein mit andern Anwesenden zu kleinenTheilcheru denn Frömmigkeit suchte sie dort, nicht sinn-lichen Genuß. Da sie also erfuhr, daß dies von demtrefflichen Preeigcr und Vorsteher der Frömmigkeit(dem Biscbofe) verboten war, selbst denen, die es nüch-tern verrichteten, damit Trunkenbolden nicht Gelegen-heit zum Rausche gegeben würd', und weil derlei ganzwie Todtenopfer im Geiste des heidnischen Aberglau-bens wäre; so enthielt sie sich sehr gerne davon, und

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