118 A. Augustinus Bekenntnisse.
Und ich kam nach Mailand zum Bischof Ambro-sius, diesem, wie allenthalben bekannt ist, vortrefflichenManne, deinem frommen Verehrer, dessen Reden da-mals die Blume deiner Frucht, und die Freude deinesOls, und deines Weines nüchternen Rausch unermü-det deinem Wolke darreichten. Zu diesem aber wardich unwissend geführt von Dir, daß ich wissend zuDir geführt würde durch Ihn.
Er empfing mich vaterlich, dieser Mann Gottes,und bischöflich erfreut' er sich meiner Überkunft. Undich begann ihn zu lieben, jetzt zwar noch nicht als denLehrer des Wahren, woran ich ganzlich in deinerKirche verzweifelte, sondern als den Mann, der mirwohlwollte. Und fleißig hört' ich seine Reden vor demWolke, nicht in der Absicht wie ich sollte, sondern nurum seine Beredsamkeit zu prüfen, ob sie seinem Rufegemäß, ob sie größer oder geringer war', als von ihmgelobt ward. Achtsam hing ich an seinen Worten,der Sachen aber war ich unbekümmert, und verachtetesie: mich ergötzte nur die Süße der Rede, die freilichinhaltreicher, aber in Rücksicht des Vortrags nicht soerfreuend und hold war, als jene des Faustus. Übri-gens war unter den Sachen gar keine Wergleicbung:dieser schwankte unter manichaischen Jrrthümern um-her, jener lehrte wahres Heil. Aber weit ist das Heilvon den Sündern, deren einer ich damals war: dochnähert' ich mich allmählig, und wüßt' es nicht.
Denn wahrend es mich nicht kümmerte, zu fassen,was er sagte, sondern ich nur ausmerkte, wie er essagte, (welche leere Sorge mir, da ich schon verzwei-