112 A. Augustinus Bekenntnisse.
womit sie nicht um Gold und Silber bot, noch umein wandelbares vergängliches Gut, sondern um dasHeil der Seel' ihres Sohns, solltest du, durch dessenGnade sie so war, solltest du sie verachten und zurück-weisen von deiner Hülse? Mit Nichten, Herr! Nein!sondern du warst voll Huld, und erhörtest, und tha-test nach der Ordnung, wie du zu thun vorbestimmthattest. Ferne wars, daß du sie trogst in ihren Er-scheinungen und in deinen Antworten, (deren einigerich gedacht und andrer nicht gedacht habe) die sie inglaubigem Herzen verwahrt' und stets betend dir wiedeine Handschrift vorwies. Denn du lassest dich herab,weil unendlich deine Barmherzigkeit ist, denen, welchendu alle Schuld erlaßt, noch durch deine Versprechun-gen selbst Schuldner zu werden.
Also, du errettetest mich aus jener Krankheit, undließest gesunden den Sohn deiner Magd, für jetzt amLeib, auf daß du ihm künftig besseres und sicheresHeil verliehest.
Und ich war auch damals zu Rom in Verbin-dung mit jenen falschen und tauschenden Heiligen,nicht nur mit ihren Hörern, (worunter auch Der war,in dessen Haus ich erkrankt' und genas) sondern auchmit Jenen, die sie Auserwahlte nennen. Denn an-noch schien es mir, daß nicht wir es waren, die sün-digten, sondern daß ich weiß nicht welche andre Natursündigt' in uns; und es erfreute meinen Stolz schuld-los zu sein, und, hatt' ich etwas Böses gethan, nichtzu bekennen, daß ich es gethan hatt', auf daß dumeine Seele heiltest, indem sie Dir sündigte: sondern