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Bekenntnisse
Entstehung
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111
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Fünftes Buch.

IN

wartig, erhörtest sie, wo sie war; und wo Ich war,erbarmtest du dich mein, auf daß ich wiedererlangtedie Gesundheit meines Leibes, selbst noch ungesundim gottlosen Herzen. Denn ich verlangte nicht injener so großen Gefahr deine Tauf, und besser warich als Knabe, da ich sie von der mütterlichen Fröm-migkeit begehrte, wie ich schon gesagt und bekannthabe. Sondern ich wax aufgewachsen in größereSchand', und thöricht verlacht' ich die Rathe deinerHeilung, Dich, der du mich jetzt nicht doppeltes To-des sterben ließest. Ware mit solcher Wunde das Herzder Mutter geschlagen, unheilbar war' es gewesen.Denn ich vermags nicht auszudrücken, wie sehr ihrDenken auf mich gerichtet war, und um wie vielgrößer ihr Kummer war, mit welchem ihr Geist fürmich kreißete, als jener, womit sie mich im Fleische'gebar. Dcßhalb seh' ich nicht, wie sie geheilt wäre,wenn ein solcher Tod die Eingeweid' ihrer Liebe durch-drungen hatte. Und zu wem waren die so brünstigenGebete gerichtet, und so öftere, ohne Unterbrechung?Zu keinem als zu Dir! Aber solltest du verachten,Gott der Erbarmungen, das zerschlagene und demü-thige Herz einer keuschen und.züchtigen Wittwe, dieoft Almosen gab, deine Heiligen ehrt' und ihnen diente,und keinen Tag vorbeiließ ohne zu opfern auf deinemAltar? die zweimal im Tage, des Morgens und desAbends ohne Unterbrechung zu deiner Kirche kam,nicht zu eitcln Erzählungen, und Plaudereien alterWeiber; sondern auf daß sie Dich hört' in deinen Re-den, und du sie in ihren Gebeten. Solche Thranen,