1(13 A. Augustinus Bekenntnisse.
die Gesetze straften, wenn nicht Gewohnheit sie schützte.Und noch elender macht es sie, daß sie erlaubt ihreHandlungsweise glauben, die doch nie kraft deinesewigen Gesetzes erlaubt sein wird, und daß sie unge-straft zu handeln wähnen, da sie schon selbst durchdie Blindheit, so zu handeln, gestraft sind, und alsounvergleichbar Schlimmeres erdulden, als sie selbstausüben.
Diese Sitt' also, die ich, als ich studierte, nichtzur meinigen machen wollte, mußt' ich an andern er-tragen, da ich Lehrer war: und deßhalb gesiels mir,dorthin zu gehn, wo derlei nicht geschähe, wie alle,die davon Kenntniß hatten, mich versicherten. Duaber, meine Hoffnung und mein Antheil auf der Erdeder Lebenden, du brachtest, um meinen irdischen Auf-enthalt zu ändern, zum Heile meiner Seele, jenenWiderwillen in mir gegen Karthago hervor, auf daßich'von dort weggerissen, und stelltest mir, auf daß ichhierhin gezogen würde, Roms Reize vor durch Men-schen, die das tobte Leben liebten, hier Unsinnigestreibend, dort Eitles versprechend: und um meinenWandel zu bessern, bedientest verborgen du dich Jenerund meiner Verkehrtheit. Denn die, welche meineRuhe störten, waren blind vor häßlicher Wuth: undldie mich zu etwas Anderem einluden, hingen am Ir-dischen. Ich aber, hier wahres Elend verabscheuend,suchte dort falsche Glückseligkeit.
Aber warum ich von hier weg und dorthin ging,daß wußtest du, o Gott! Doch thatest du es mirnicht kund, noch meiner Mutter, die bei meiner Ab-