106 A. Augustinus Bekenntnisse.
det hatte, die mich Jenes lehren wollten, und Nichtsvorbrachten. Jener aber Hütt' ein Herz, obwohl nichtzu dir gewandt, doch auch nicht zu unbekannt mit sichselbst. Er war seiner Uncrfahrcnheit sich nicht ganzunbewußt, und wollte sich in keine Wertstreit' einlas-sen, wo ihm kein Ausgang war, und er nicht leichtabbrechen konnte. Dieserhalb gtsicl er mir schon mehr.Denn schöner ist die Mäßigung einer bekennendenSeele, denn Jenes, was ich zu wissen begehrte: Undich fand dies an ihm bei allen schwerem und ver-wickelten Fragen.
Da jetzt gneine Liebe zu den Wissenschaften desManichaers nachließ, und ich immer mehr an denübrigen Lehren verzweifelte, indem über Vieles, dasmir am Herzen lag, jener berühmte so schlechte Aus-kunft gab; so begann ich, mit ihm jene Wissenschaftzu treiben, die er selbst so liebte, und die ich damalszu Karthago die Jünglinge lehrte, und mit ihm ge-meinschaftlich zu lesen, entweder was er gern hört',oder was ich seinem Verstände das Angemessenste hielt.Übrigens siel alles mein Bestreben, in jener Sektemich zu vervollkommnen, völlig weg, sobalv ich jenenMann genau kannte. Nicht daß ich ganzlich von ibrschied: sondern gleichsam nichts Besseres findend als-das, worin ich bisher verwickelt war, hatt' ich beschlos-sen. zu ruhen, bis vielleicht etwas Erwahlenswürdige-res hervorschicne. — So hatte dieser Faustus, dervielen eine Schlinge des Todes war, die, welchemich fesselte, schon aufzulösen begonnen wider Willenund Wissen. Denn deine Hände, mein Gott, ver-