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Bekenntnisse
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104
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104 A. Augustinus Bekenntnisse.

woher er erscheine. Nun aber hatt' ich von dir ge-lernt, daß etwas nicht darum als wahr uns einleuch-ten müsse, weil es mit Beredsamkeit gesagt wird, undnicht darum als falsch, weil ohne Ordnung von denLippen die Zeichen tönen; wiederum, nicht darum alswahr, weil es schmucklos vorgebracht wird, und nichtdarum als falsch, weil zierlich die Red' ist: sondernes sei mit Weisheit und Thorheit, wie mit guten undschlechten Speisen; denn in geschmückten und unge-schmückten Worten, wie in seinen und bäurischen Ge-fäßen können beiderlei Speisen vorgesetzt werden.

Meine Bcgierlichkeit, womit ich jenen Menschenso lang erwartet hatte, ward daher nur durch die Ge-wandtheit und Lebhaftigkeit seines Vortrags ergötzt,und durch schickliche zum richtigen Ausdrucke so unge-zwungen sich darbietende Worte. Ergötzt aber wardich, und mit Vielen, auch vor Vielen lobt' und erhobich ihn: doch ungern ertrug ichs, daß ich in dem Ge-wühle der Zuhörer ihm nicht vortragen könnt' undtheilen mit ihm die Sorge meiner Fragen in trauli-chem Gesprach' und wechselnder Rede. Ich nähertemich daher seinen Ohren mit einigen Freunden, so-bald ich Gelegenheit dazu hatt', und es nicht unschick-lich war, abwechselnd zu sprechen; und ich trug ver-schiednes vor, was mir am Herzen lag. Und ich fandeinen Mann in ihm, unerfahren in allen freien Kün-sten, außer der Grammatik, und selbst in dieser nurauf gewöhnliche Art. Und weil er einige CiceronischeReden gelesen hatt', und wenige Bücher des Seneka,und verschiedenes aus Dichtern und aus Werken seiner