Fünftes Buch. 103
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Und fast diese neun Jahre lang, wahrend ich,unstät im Geiste, jene hört', erwartet' ich mit über-maßigem Verlangen die Ankunft des Faustus. Denndie Übrigen von ihnen, bei denen es sich traf, daß sieder Antwort auf meine über derlei Dinge vorgelegtenFragen mangelten, vertrösteten mich auf Jenen, dermir bei seiner Ankunft in seinen Unterredungen sie aufdas Leichteste, und fragt' ich auch noch wichtigeres,völlig befriedigend erklären würde. Als er nun kam,erkannt' ich in ihm einen Mann, angenehm und vonholden Worten, und von dem, wovon jene zu redenpflegten, weit süßer schwatzend. Aber was half mei-nem Durste der zierlichste Besorger kostbarer Becher?Schon waren meine Ohren mit jenen Dingen gesät-tigt, und sie schienen mir darum nicht besser, weil siebesser, noch darum wahr, weil sie mit Beredsamkeitgesagt wurden, und nicht darum weise seine Seele,weil sein Antlitz einnehmend, und zierlich seine Redewar. Jen' aber, die mich auf ihn vertröstet hatten,waren keine gute Beurthciler von Dingen; und nurdarum schien er ihnen klug und weise, weil seine Redesie ergötzte.
Ich lernt' aber eine andre Art Menschen kennen,dcnett auch sogar die Wahrheit verdächtig war, unddie nicht mit ihr zufrieden waren, sobald sie in ge-schmückter und makelloser Rede dargestellt ward. Duaber, mein Gott, hattest mich schon auf wunderbareund verborgene Weisen unterwiesen: und ich glaube,daß es Wahrheit sei, weil du mich unterwiesest; auchist außer dir kein andrer Lehrer des Wahren, wo und